25 Jahre Hollerbusch Naturkost

 

Eine Reise durch die Geschichte von Hollerbusch Naturkost

 

Fast 25 Jahre war der Hollerbusch Naturkost in den Händen des Sendlinger Urgesteins Erwin Winter. Damit ist der Hollerbusch einer der ältesten Bioläden Münchens; viele Kunden kennen den Laden von Beginn an, oder zumindest schon mehrere Jahre. Die Bezeichnung des Hollerbusch als das Wohnzimmer Sendlings kann ich nur bestätigen - unsere Sendlinger Nachbarn und Freunde sind immer zu einem kleinen Ratsch willkommen, und manchmal ergibt sich daraus ein spontanes, lustiges Stelldichein.

Im Januar 2016 habe ich, Julia, den Laden übernommen und ich bin jetzt gemeinsam mit meinen tollen Mitarbeitern Steffi, Tine, Erhard, Simi und Conny Eure Ansprechpartnerin.

Falls ihr Euch fragt was mein Werdegang ist: Direkt einen Bioladen zu übernehmen habe ich mir früher nicht erträumt, wohl aber etwas mit Menschen zusammen zu machen, etwas für die Umwelt zu tun, mich für eine gesunde Ernährung einszusetzen, für ein lebenswertes Leben.

Der Weg, der mich hierher gebracht hat, begann 2007. Bei einem Freiwilligendienst in einer Schule für Straßenkinder in Mexiko erlebte ich mit, wie meine Freunde in Mexiko direkt von plötzlichen Schwankungen der internationalen Lebensmittelpreise betroffen waren. Plötzlich konnten sich die sowieso armen Familien immer weniger Tortilla leisten - das Grundnahrungsmittel in Mexiko. Um die Gründe hierfür herauszufinden begann ich, die Zusammenhänge zwischen Freihandel, Gentechnik und Armut zu erforschen. Ich schrieb meine Bachelorarbeit über "die Gefahren der Gentechnik für den Maisanbau in Mexiko", und schloss damit mein Bachelorstudium der International Cultural Business Studies im Jahre 2010 in Passau ab.

Während meines darauffolgenden Masterstudiums der Umweltwissenschaften in Mexiko, Köln und Brasilien verglich ich zwei Anti-Armutsprogramme, eines von Mexiko und eines von Brasilien, und erforschte die Entwicklung erfolgreicher Strategien zur nachhaltigen Ernährungssicherung. Denn viele Programme sind nicht komplett. Entweder verursachen Anti-Armut-Strategien, dass unterernährte Menschen durch staatliche Hilfe zu übergewichtigen werden, oder der Umweltaspekt bzw. Nachhaltigkeit wird außen vor gelassen. Viele ursprünglich armen Menschen mit nun mehr Geld bedeutet auch viele Menschen mit mehr Autos, mit mehr Konsum, mit mehr Schaden für die Umwelt.

Auch wenn mir das wissenschaftliche Arbeiten und das viele Reisen sehr viel Spaß gemacht haben, merkte ich nach meinem Studium, dass ich gerne Umweltschutz im Kleinen betreiben möchte, denn ohne uns Menschen, die den Respekt und den Umgang mit der Natur und unseren Ressourcen leben, können Studien nichts bewirken.Ich wollte gerne mit Menschen zusammenarbeiten, die wie ich an eine alternative Zukunft glauben und daran, dass die Natur wundervoll ist und genug für uns alle bereit hält, wenn man sie nur lässt und respektvoll behandelt.

Dann bekommt man viel zurück: Denn das, was wir essen und trinken erhält uns nicht nur am Leben, sondern entscheidet auch mit über unsere Gesundheit und unser Glück - getreu dem Worte von Teresa von Ávila:

 

Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.

Wer sich für meinen wissenschaftlichen Werdegang interessiert, hier sind einige meiner Publikationen:

 

2013: Wie die Gentechnik den Maisanbau in Mexiko bedroht: Eine Studie über die rechtlichen, biologischen und sozio-ökonomischen Folgen

2014: Grüne Gentechnik - Chancen und Risiken (Sammelband, in welchem die Bachelorarbeit aufgegriffen wurde)

2015: Evaluation of the Brazilian Fome Zero and the Mexican Oportunidades Anti-hunger Programs as Strategies to Improve Food Security

2016: Lateinamerika und der Freihandel. Interessen. Diskurse. Perspektiven. (Artikel im Sammelband: Die Beziehungen zwischen Brasilien und den USA ohne Freihandelsabkommen. Eine kurze Analyse von der Kolonialzeit bis in das 21. Jahrhundert)