Fast 25 Jahre war der Hollerbusch Naturkost in den Händen des Sendlinger Urgesteins Erwin Winter. Damit ist der Hollerbusch einer der ältesten Bioläden Münchens, und wird von den Stammkunden auch gerne als das Wohnzimmer Sendlings bezeichnet. Im Januar 2016 haben wir, Agnes und Julia, den Hollerbusch übernommen, neu renoviert und ein Jahr lang unser bestes gegeben, in die neue Aufgabe hineinzuwachsen.

Agnes zieht es nun zurück in Ihre Heimat Köln, wo sie damals alles stehen und liegen gelassen hat, um mit mir gemeinsam den Hollerbusch weiterleben zu lassen. Ab Januar 2017 werde ich den Laden alleine führen, in treuer Begleitung von meinen lieben Mitarbeiter/n Tine und Erhard, und Freunden, die nicht müde werden dem Hollerbusch unter die Arme zu greifen.

Da wir im letzten Jahr gemerkt haben, dass einige Abläufe noch nicht ganz reibungslos funktionieren, und vor allem, dass einige der Neukunden sich nicht intuitiv zurechtfinden, habe ich beschlossen, den Laden noch einmal komplett umzubauen.

Daher haben wir Anfang des Jahres renoviert, umgeräumt und die Aufteilung des Ladens übersichtlicher gestaltet. Hier sind die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • „Erleuchtung“ verschaffte uns Uwe Linke, ein Sendlinger Raumpsychologe und Coach, der ein neues Licht- und Farbkonzept bei uns umgesetzt hat.
  • Das neue Licht bedeutet auch deutlich geringere Energiekosten: Der ganze Laden wird nun mit weniger als 200 Watt beleuchtet – natürlich mit Ökostrom aus 100% Wasserkraft aus Deutschland!
  • Die Waren werden durch den Umbau schöner und einfacher präsentiert, denn wir schufen übersichtliche Themenbereiche für die verschiedenen Warengruppen.
  • Der enge Gang gehört der Vergangenheit an: Unser großes Wein- und Getränkesortiment präsentieren wir jetzt in einem der schönsten Räume des Hollerbusch: In unserer gemütlichen Küche, die wir jetzt mit Euch teilen!
  • Und: Endlich freier Zugang zu unserem frisch renovierten Yoga-, Therapie- und Klavier-Raum, im hinteren Teil des Ladens.

 

 

Ich lade jedermann dazu ein, ein bisschen in unserem breiten Sortiment aus überwiegend regionalen Produkten zu stöbern oder bei einem leckeren Biokaffee und Quiche oder Kuchen bei uns zu verweilen.

 

Und zu guter letzt: Wer bin eigentlich ich?

 

Ich heiße Julia Bultmann und bin in Tübingen geboren. Mit 4 Jahren kam ich bereits nach Bayern, wo ich aufgewachsen bin: Zuerst am südlichen Ufers des Starnberger Sees, und dann in Wolfratshausen, wo ich nach vielen Zwischenstationen momentan wieder lebe.

 

Wie ich zum Hollerbusch kam? Das ist eine längere Geschichte, aber hier, in Kürze zusammengefasst:

 

Nach einem Freiwilligendienst in einer Schule für Straßenkinder in Mexiko 2007 begann ich, mich für die Zusammenhänge zwischen Freihandel, Gentechnik und Armut zu interessieren. Ich erlebte mit, wie meine Freunde in Mexiko direkt von plötzlichen Schwankungen der internationalen Lebensmittelpreise betroffen waren. Daraufhin schrieb ich meine Bachelorarbeit über "die Gefahren der Gentechnik für den Maisanbau in Mexiko", und schloss damit mein Bachelorstudium der International Cultural Business Studies im Jahre 2010 in Passau ab.
 
Während meines darauffolgenden Masterstudiums der Umweltwissenschaften in Mexiko, Köln und Brasilien verglich ich zwei Anti-Armutsprogramme, eines von Mexiko und eines von Brasilien, und erforschte die Entwicklung erfolgreicher Strategien zur nachhaltigen Ernährungssicherung. Denn viele Programme sind nicht komplett. Entweder verursachen Anti-Armut-Strategien, dass unterernährte Menschen durch staatliche Hilfe zu übergewichtigen werden, oder der Umweltaspekt bzw. Nachhaltigkeit wird außen vor gelassen. Viele ursprünglich arme Menschen mit nun mehr Geld bedeutet auch viele Menschen mit mehr Autos, mit mehr Konsum, mit mehr Schaden für die Umwelt.
 
 
Wer sich für meinen wissenschaftlichen Werdegang interessiert, hier sind einige meiner Publikationen:

 

2013: Wie die Gentechnik den Maisanbau in Mexiko bedroht: Eine Studie über die rechtlichen, biologischen und sozio-ökonomischen Folgen

2014: Grüne Gentechnik - Chancen und Risiken (Sammelband, in welchem die Bachelorarbeit aufgegriffen wurde)

2015: Evaluation of the Brazilian Fome Zero and the Mexican Oportunidades Anti-hunger Programs as Strategies to Improve Food Security

2016: Lateinamerika und der Freihandel. Interessen. Diskurse. Perspektiven. (Artikel im Sammelband: Die Beziehungen zwischen Brasilien und den USA ohne Freihandelsabkommen. Eine kurze Analyse von der Kolonialzeit bis in das 21. Jahrhundert)

 

Auch wenn mir das wissenschaftliche Arbeiten und das viele Reisen sehr viel Spaß gemacht haben, merkte ich nach meinem Studium, dass ich gerne Umweltschutz im Kleinen betreiben möchte, denn ohne uns Menschen, die den Respekt und den Umgang mit der Natur und unseren Ressourcen leben, können Studien nichts bewirken.

Ich wollte gerne mit Menschen zusammenarbeiten, die wie ich an eine alternative Zukunft glauben und daran, dass die Natur wundervoll ist und genug für uns alle bereit hält, wenn man sie nur lässt und respektvoll behandelt.

Dann bekommt man viel zurück: Denn das, was wir essen und trinken erhält uns nicht nur am Leben, sondern entscheidet auch mit über unsere Gesundheit und unser Glück - getreu dem Worte von Teresa von Ávila: 

Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.

Ohne zu wissen, wie diese Arbeit im Kleinen, mit vielen Menschen aussehen möge, ist der Hollerbusch zu mir gekommen. Und hier sind wir jetzt.

 

 

 

   

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